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Gute Noten für die Polizei im Kreis Ludwigsburg

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Mit dem Ziel, ein ehrliches Feedback der Bevölkerung zur Zufriedenheit mit der Polizei zu erhalten, hatte die Polizeidirektion Ludwigsburg im November eine telefonische Bürgerbefragung durchgeführt.

 

 


14 Beschäftigte, die mit besonderen Schulungsmaßnahmen auf diese Aufgabe vorbereitet worden waren, interviewten in rund 300 Stunden insgesamt 1111 Bürgerinnen und Bürger, die über einen standardisierten Fragebogen die Möglichkeit hatten, sich zu den Themenbereichen

  •  Bürger und Polizei,
  • Ansehen der Polizei und Qualität polizeilicher Arbeit,
  • Sicherheitsgefühl und Kriminalitätsfurcht

zu äußern. Die Bereitschaft zur Teilnahme an der Befragung war unerwartet hoch. Rund 95 % der Angerufenen erklärten sich spontan bereit mitzumachen und fanden es zudem richtig, dass die Polizei die Meinung der Bürger einholt. Und dieses Meinungsbild kann sich sehen lassen: Mit der Gesamtnote von 1,9 bekam die Polizei im Kreis ein gutes Zeugnis ausgestellt.

Bürger und Polizei

Zu Beginn der Befragung standen Erfahrungen beim Kontakt mit der Polizei im Vordergrund. Knapp 78 % der Befragten hatten in den vergangenen 12 Monaten allerdings keine Berührungspunkte mit den Ordnungshütern, so dass nur die verbliebenen 22 % ihre Erfahrungen einbringen konnten. Über die Hälfte von ihnen schätzte die Freundlichkeit und die Sachkompetenz der Beamtinnen und Beamten, aber auch den Umstand, mit ihren Problemen ernst genommen zu  werden. Aber nicht nur Positives, auch störende Faktoren wurden kommuniziert. Auf die Frage, ob es beim Kontakt mit der Polizei Situationen gab, die als störend empfunden wurden, kritisierten 17 Bürger das allzu forsche Auftreten und 12 die mangelnde Freundlichkeit der Beamten. 50 weitere Einwendungen wurden nicht begründet.

Arbeitsqualität und Ansehen der Polizei

69 % aller Befragten schätzen die Qualität polizeilicher Arbeit im Kreis Ludwigsburg als gut oder besser ein. Nur 5 % sehen sie als ausreichend oder mangelhaft an. Zu einem nahezu identischen Ergebnis führte auch die Frage nach dem Ansehen der Polizei. Die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, die Polizei bei ihrer Arbeit zu unterstützen, ist dabei grundsätzlich vorhanden.

Forderung: Noch mehr Präsenz

Rund zwei Drittel aller Befragten sind mit der sichtbaren Präsenz der Polizei voll oder
überwiegend zufrieden. Dennoch haben sich 59 % für eine noch stärkere Präsenz ausgesprochen.
Während nur 2% weniger Polizei sehen wollten, konnten sich 39 % zu dieser Frage nicht entscheiden.

Das Sicherheitsgefühl der Bürger

Ein besonderes Augenmerk legte die Polizei bei der Befragung auf das Sicherheitsgefühl
der Bürger. Sie unterschied dabei zwischen dem Sicherheitsempfinden in der unmittelbaren Wohnumgebung und dem allgemeinen Sicherheitsgefühl der Befragten. Sicherheitsempfinden im unmittelbaren Wohnbereich Beim Sicherheitsempfinden in der eigenen Wohngegend ergaben sich deutliche Unterschiede zwischen den Eindrücken zur Tages- und zur Nachtzeit: Während sich 96 % der Befragten zur Tageszeit völlig ( 83,5 %) oder überwiegend (12,5 %) sicher fühlten, sehen zur Nachtzeit noch gut 53 % ihre Wohngegend als völlig sicher an. In der Konsequenz sahen 40 % Handlungsbedarf und definierten Problembereiche, um die sich die Polizei mehr kümmern sollte. Und hier sind es nicht etwa Gewaltdelikte oder andere schwerwiegende Straftaten, die das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu beeinträchtigen scheinen. Neben Vandalismus und Farbschmierereien sind vielmehr Ordnungsstörungen und Fehlverhalten im Straßenverkehr dafür verantwortlich.

Angsträume?

„In meiner Umgebung gibt es ganz bestimmte Örtlichkeiten, die ich meide“, so eine der Fragestellungen. Fast zwei Drittel der Bevölkerung meiden in ihrer Umgebung keine bestimmten Orte und bringen damit ein grundsätzlich hohes Sicherheitsgefühl zum Ausdruck. 35 % der Befragten bejahten jedoch diese vorformulierte Feststellung und benannten in der Folge Orte, die sie nach ihrem subjektiven Empfinden ganz überwiegend bei Dunkelheit meiden. In nahezu allen Kommunen des Landkreises, die über einen Bahnhof verfügen, stand diese Einrichtung ganz oben auf der Liste der gemiedenen Orte.

Kriminalitätsfurcht

Die Furcht, Opfer einer Straftat zu werden, ist bei den Bürgerinnen und Bürgern im Kreis Ludwigsburg mit 31 % deutlich geringer ausgeprägt, als diejenige, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden (47 %). Auf die gezielte Frage zur Angst vor Gewalt gegen die eigene Person oder Angehörige schlossen rund 45 % der Befragten diese Möglichkeit nicht aus.

Weitere Schritte

Frank Rebholz, Leiter der Polizeidirektion Ludwigsburg, zieht ein positives Fazit der Bürgerbefragung: „Die Polizei im Landkreis Ludwigsburg ist bürgernah und dienstleistungsorientiert. Diesem Anspruch versuchen wir mit unserer Arbeit täglich gerecht zu werden. Dass uns die Bürgerinnen und Bürger dies nun mit der guten Benotung bestätigt haben, darüber freuen wir uns sehr.“ Mit dieser Bestätigung ist es für die Polizei allerdings nicht getan. „Durch die Aktion haben wir eine Fülle von Informationen erhalten, die es jetzt zu analysieren und umzusetzen gilt“, so der Polizeichef weiter.

Beispielhaft führte Rebholz diejenigen Orte an, die nach dem subjektiven Empfinden von Bürgern gemieden werden. Dieses Unsicherheitsempfinden sei an unbeleuchteten Straßen, Wegen und Plätzen, ÖPNV-Haltestellen und Bahnhöfen, in Parkhäusern und Grünanlagen erfahrungsgemäß am höchsten. Dieser Umstand gelte generell für Areale, die mangelnder sozialer Kontrolle unterliegen, die eine anonyme und mitunter gar feindliche Atmosphäre ausstrahlen. Die Tatsache, dass diese Orte von einem zum Teil als
bedrohlich empfundenen Publikum frequentiert werden, fördere subjektive Unsicherheit.

„Wenngleich dieses subjektive Unsicherheitsgefühl gemessen an der Delikthäufigkeitnicht immer der Realität entspricht, nehmen wir diese Eindrücke nicht auf die leichte Schulter. Im Kreis Ludwigsburg verfügen wir über ein gut verzweigtes Netz Kommunaler Kriminalprävention. Die Stärkung des subjektiven Sicherheitsgefühls und auch der Abbau objektiv unbegründeter Kriminalitätsfurcht zählen dabei zu den wichtigen kriminalpräventiven Aufgaben. Wir werden uns daher die häufig genannten Orte im Benehmen
mit den Kommunen unter kriminalgeografischen Aspekten ansehen und versuchen, erkannte Defizite zu beseitigen,“ so Rebholz abschließend. Gleiches gelte für die formulierten Handlungsfelder, für die sich die Bürgerinnen und Bürger ein stärkeres Engagement wünschen.

Rebholz ergänzte diese Ausagen mit ersten Analysen zu den häufig genannten Orten: Die Eindrücke der Befragten hinsichtlich der Bahnhofsbereiche sind nicht unbegründet. So haben sich an den Bahnhöfen im Landkreis Ludwigsburg im vergangenen Jahr insgesamt 630 Straftaten ereignet. Aggressionsdelikte (unter diesem Begriff werden Straftaten der Gewaltkriminalität wie schwere und gefährliche Körperverletzung oder Raubdelikte sowie einfache Körperverletzung subsumiert) nehmen aber dabei mit 120 erfassten Fällen nur einen kleinen Raum ein. Den Löwenanteil der in Bahnhofsbereichen registrierten Straftaten bilden vielmehr Diebstahlsdelikte mit 226 und sonstige Straftatbestände (Beleidigung, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch) mit 127 Fällen. In den vergangenen fünf Jahren bewegte sich die Zahl der Gesamtstraftaten in Bahnhofsbereichen auf einem ähnlichen Niveau und ist seit 2008 (699 Delikte) sogar leicht rückläufig.

Bahnhofsbereiche sind dabei durchgängig in präventive Maßnahmen der Polizeidirektion Ludwigsburg und auch der Bundespolizei eingebunden. Von 57 im Jahr 2010 auf 115 verdoppelt haben sich die Straftaten, die 2011 im Bereich von Unterführungen verübt wurden. Mit 95 Delikten nehmen dabei die Sachbeschädigungen den Löwenanteil ein. Im Bereich von Park- und Grünanlagen registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 110 Straftaten. Darunter fünf Raubdelikte, 22 Körperverletzungen und acht Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.

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